Handwerk trifft grüne Daumen
(Bericht: Jana Albrecht-Gaul)
Auf Wunsch der weiblichen Bewohnerschaft des Ev. Altenheim Bethesda machten sich die Herren vom Handwerkertreff an ihr nächstes großes Projekt. Die Damen wünschten sich ein schönes großes Hochbeet, in dem sie Erdbeeren und Radieschen ziehen können.
Wie immer trafen wir uns vorab, um Ideen auszutauschen, Zeichnungen anzufertigen und eine Materialliste zu erstellen. Im Anschluss stand wieder die Einkaufsfahrt zum Baumarkt an, um alles Nötige zu besorgen. Diese Fahrt in den Baumarkt genießen die Männer immer, da fühlen sie sich zuhause, können fachsimpeln, die letzten Entscheidungen treffen und einfach Dinge für Männer einkaufen.
Als sich alle Materialien in unserer kleinen Werkstatt befanden, begannen wir auch schon mit der eigentlichen Arbeit. Wir hatten uns dafür entschieden, Speisfässer zur Befüllung zu nehmen, damit die Erde relativ einfach ausgewechselt werden kann. Dafür musste ein Grundgerüst gebaut werden, auf dem die Ränder der Speisfässer aufliegen können und welches stabil genug ist, die anschließend befüllten Kästen dauerhaft tragen zu können. Nach der Fertigstellung des Gerüstes wurde dies gebeizt, um das Holz vor der Witterung zu schützen. Um es auch optisch ansprechend zu gestalten, wurde um das gesamte Gerüst eine Umrandung aus Holz angeschraubt. Dabei wurde diese bewusst nur oben herum angebracht, damit auch Rollstuhlfahrer die Möglichkeit haben, bequem an das Beet heranzukommen. Zu guter Letzt brachten wir oben noch Ablageflächen an, um Utensilien ablegen oder abstellen zu können, wie bspw. eine kleine Gießkanne.
Die Männer werkelten wieder eifrig, arbeiteten wie gewohnt zusammen. Jeder tat, was er gut kann und sie unterstützten sich wieder wortlos gegenseitig, wenn mal die Kraft fehlte. Es ist immer wieder faszinierend, welche Fähigkeiten und Kompetenzen da ans Licht kommen, wie ruhig die Hände arbeiten, wenn sie so konzentriert sind und wie stolz und zufrieden sie mit ihrem Tagwerk sind.
Als das Hochbeet fertiggestellt und der Damenwelt des Ev. Altenheim Bethesda übergeben wurde, freuten diese sich sehr. Die Bewohnerinnen sparten nicht mit Lob und Bewunderung, was die Hände der „alten Herren“ da wieder hergestellt haben und dies völlig zu Recht.
Das Hochbeet wurde sogleich im Garten aufgestellt. Die Damen setzten Erdbeerpflanzen ein und säten Radieschen aus. Es steht immer eine volle Gießkanne bereit, damit nichts vertrocknen muss.
Eine Bewohnerin, die von ihrem Zimmer einen schönen Blick in den Garten und auf das Hochbeet hat, berichtete: „Das Hochbeet ist wie ein Magnet. Immer wieder kommen Bewohner und Angehörige und schauen nach den Pflanzen.“
Auch auf unseren Balkonen wurden im Anschluss die gekauften Hochbeete von unseren Bewohnerinnen bepflanzt mit Erdbeer-, Tomaten- und Kohlrabipflanzen. Inzwischen tragen die Erdbeerpflanzen erste Blüten und auch Früchte. Wir freuen uns alle auf unsere kleine Ernte und hoffen, dass die Eichhörnchen nicht schneller sind als wir.
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